Weihnachtsaktion Wünschewagen : Weihnachtspost und ein paar Tränen

Nach der Landung wieder vereint: Steffi  Waterstradt, ihre  Schwester Manja  Stresing und die kleine Ronja (v.l.n.r.).

Nach der Landung wieder vereint: Steffi  Waterstradt, ihre  Schwester Manja  Stresing und die kleine Ronja (v.l.n.r.).

Zu Weihnachten stehen schon 163 417 auf unserem Spendenkonto – und das bleibt weiterhin bis ins neue Jahr hinein geöffnet

Karin.jpg von
24. Dezember 2019, 12:00 Uhr

Zum ersten Mal Weihnachten ohne einen geliebten Menschen feiern zu müssen, ist schon für einen Erwachsenen hart. Wie schlimm muss es da erst für die kleine Ronja aus Tribsees sein? Obwohl sie erst fünf Jahre alt ist, ist ihre Mama schon nicht mehr bei ihr. Steffi Waterstradt wurde nur 37 Jahre alt. Anfang August erlag sie den Folgen einer Krebserkrankung – einen Monat vor Ronjas 5. Geburtstag.

Weiterlesen: Eine Erinnerung, die Ronja bleibt

Zuvor hatte die Mama ihrer Lütten aber noch einen Herzenswunsch erfüllt: eine gemeinsame Ballonfahrt. Ermöglicht hatte sie der ASB-Wünschewagen. Und an dessen Team haben Ronja und ihre Tante Manja Stresing, bei der das Mädchen jetzt lebt, zu Weihnachten einen anrührenden Brief geschrieben. Es ist zwar bei weitem nicht der einzige Weihnachtsgruß, der die Ehrenamtler erreichte – viele Angehörige, aber auch noch einzelne Wünschende haben sich in den letzten Tagen an sie gewandt. Der Brief von Ronja und ihrer Tante war aber etwas ganz Besonderes, sagt Projektkoordinatorin Bettina Hartwig. „Wir hatten alle Tränen in den Augen, als wir ihn gelesen haben.“

Auch mich haben die Passagen, die Frau Hartwig mir vorgelesen hat, sehr bewegt, weil ich die Familie im Sommer persönlich kennengelernt habe. Zwar habe ich die Ballonfahrt nicht miterlebt, doch im Anschluss daran habe ich sowohl Steffi Water-stradt in Greifswald als auch ihre ältere Schwester Manja Stresing in Tribsees besucht. Steffi Waterstradt lag zu dieser Zeit bereits in Greifswald in der Uniklinik – und obwohl die Ärzte alles noch Mögliche zu tun versuchten, litt sie sichtlich, schaffte es nur wenige Minuten, die Erinnerungen an die Ballonfahrt zurückzuholen.

Ungeheuer tapfere Frau

So war es vor allem Manja Stresing, die mir von dem Tag mit dem Wünschewagen, erzählen konnte, an dem sie zumindest am Boden dabeisein durfte. Ein Foto in ihrem Wohnzimmer erinnerte an diesen Tag. Es zeigte ihre Schwester und ihre Nichte auf einem Stoppelfeld kurz nach der Landung des Ballons – beide lächeln darauf, obwohl die Mutter schon sichtbar von ihrer schweren Krankheit gezeichnet war.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits geklärt, dass Ronja nach dem Tod ihrer Mutter bei der Tante aufwachsen sollte. Die Kleine wusste, dass es ihrer Mama sehr schlecht ging. Dass ihr Besuch mit Oma und Opa im Krankenhaus wenige Tage zuvor das letzte Mal war, dass sie Mama sehen würde, wusste Ronja nicht. Manja Stresing wusste es. Dennoch habe ich sie als ungeheuer tapfere Frau erlebt, die nicht nur für Ronja und ihre beiden eigenen Kinder, sondern genauso für ihre todkranke Schwester stark zu sein versuchte – und für ihre Eltern, die verkraften mussten, dass das eigene Kind vor ihnen gehen würde.

„Seit dem 4. August 2019 dreht sich unsere Welt anders, langsamer, aber kontinuierlich immer weiter“, heißt es in dem Brief an das Wünschewagenteam. „Es ist das erste Weihnachten ohne meine kleine Schwester. Es wird anders, aber für unsere Kinder und besonders für Ronja, die seit dem Tod meiner Schwester bei mir lebt, versuchen wir, es so schön wie immer zu machen. In dem Zeitungsartikel der SVZ wurde die Spenderin genannt. Ich habe etwas recherchiert und sie ausfindig gemacht. Es ist eine Freundschaft entstanden und im neuen Jahr treffen wir uns das erste Mal.“ (Gemeint ist Ines Mencwel aus Walow in der Mecklenburgischen Seenplatte, die mit einer Spendensammlung auf ihrem 50. Geburtstag die Ballonfahrt von Ronja und ihrer Mutter finanziert hatte.)

Schwester ist für immer eingeschlafen

Manja Stresing hatte mir geschrieben, als ihre Schwester für immer eingeschlafen war. Ein paar Tage darauf schickte sie das Foto von einer Collage, die sie zusammen mit Ronja gebastelt hatte – als Dankeschön an die Greifswalder Ärzte und Schwestern für die liebevolle Betreuung. Mama ist darauf als Engel zu sehen, umgeben von vielen bunten Blumen.

Sie wolle, so hatte mir Manja Stresing erzählt, für Ronja in einem Album Erinnerungen an ihre Mutter sammeln. Auch mein Beitrag über die Ballonfahrt und der über Ines Mencwel, die mit dem auf ihrer Geburstagsfeier gesammelten Geld die Wunscherfüllung finanzierte, sollte dort eingeklebt werden.

Und jetzt gibt es sogar noch einen Beitrag über Ronja und über den Wünschewagen. Weil es für uns als Journalisten nicht selbstverständlich ist zu erfahren, wie eine Geschichte, über die wir einmal geschrieben haben, weitergegangen ist. Und weil der Dankesbrief an das Wünschewagenteam so gut in unsere Spendenaktion passt. Zumal auch wir Danke sagen möchten – für jetzt schon unglaubliche 163 417 Euro, die gespendet wurden! Wir liegen damit deutlich über dem Vorjahresergebnis, und das, obwohl in diesem Jahr nicht wie im vergangenen der Erlös der Schweriner Thalianacht in unser Spendenergebnis einfließt.

So können Sie helfen

Der Arbeiter-Samariter-Bund erfüllt mit dem Wünschewagen Menschen jeden Alters ihren letzten Wunsch: Noch einmal das Meer sehen. Dorthin fahren, wo man die Liebe seines Lebens kennen gelernt hat. Ein letztes Mal mit der Familie Kaffee trinken... Doch das Projekt braucht  finanzielle und ideelle Unterstützung. Diesem Ziel dient unserer Medienkooperation, die zugleich dazu beitragen will, denn Wünschewagen noch bekannter zu machen. 

Spendenkonto:

ASB-Landesverband MV e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE82 1002 0500 0001 4951 00

Stichwort „Medienkooperation

Wünschewagen“

Spenden für die Prignitz:

ASB-LV Brandenburg e.V.

IBAN: DE49 100 20 50 0000 3545 401

Wunschanmeldungen:

www.wuenschewagen-mv.de

www.asb-lv-bbg.de/

wuenschewagen

 

Und auch der heutige ist noch nicht der Endstand, denn unsere Aktion geht weiter. Aus den zurückliegenden Jahren wissen wir nämlich, dass viele Menschen erst während der Feiertage oder danach Muße hatten, eine Spende an den Wünschewagen auf den Weg zu bringen. Und um die möchten wir Sie, wenn Sie sich noch nicht beteiligt haben sollten, noch einmal ganz herzlich bitten: Schon ein kleiner Betrag hilft, Menschen noch einmal glücklich zu machen – wie die kleine Ronja aus Tribsees und ihre Familie.

>> Hier finden Sie weitere Informationen zum Wünschewagen

Wünschewagen: So können Sie helfen

Werden auch Sie ein Wunscherfüller:

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Bitte schreiben Sie für die Spendenquittung Ihren Namen und Ihre Adresse in die Zeilen für den Verwendungszweck. Vermerken Sie dort auch, falls Sie in der Zeitung als Spender genannt werden möchten.

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