Facts & Fakes : Quiz 13: Ist diese Geschichte über Brieftauben Fake News, Satire oder wahr?

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Die Unterschiede zwischen Nachrichten, Fake News und Satire sind nicht immer klar.

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24. November 2020, 07:00 Uhr

Fake News verbreiten sich heutzutage rasend schnell, und das liegt vor allem an den sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und Tiktok. Wir sehen etwas und retweeten, posten es auf unseren Facebook-Pinnwänden oder in unseren Instagram Stories, wir teilen es mit Freunden auf Whatsapp. Wenn man aber Informationen austauscht, ohne vorher die Fakten zu überprüfen, kann man unwissentlich dazu beitragen, Fake News zu verbreiten.

Wenn du also eine Geschichte siehst und mehr darüber wissen möchtest, stelle sicher, dass sie aus einer glaubwürdigen Quelle stammt. Wenn du nicht weißt, was die ursprüngliche Quelle ist, google die Geschichte. Versuche weitere Informationen über die Website zu finden, die Information verbreitet, bevor du auf den Teilen-Button drückst.

Gestern haben wir auch schon kurz Satire erwähnt. Satire ist komplett erfunden - und soll Personen und Situationen kritisieren. Außerdem ist Satire oft gerade durch die überzogene Darstellung witzig und macht Spaß. Natürlich ist es vollkommen okay, satirische Beiträge im Internet zu teilen.

Und es ist gar nicht so kompliziert, sich beim Teilen richtig zu verhalten. Frage dich im ersten Schritt: Was steckt hinter diesem Artikel oder Bild? Wenn du den Beitrag teilen möchtest, frage dich: Was denken andere darüber, wenn ich das teile? Fake News solltest du nicht teilen. Bei Satire schreibe einfach ein paar Worte dazu, was du darüber herausgefunden hast. Zum Beispiel: “Das ist Satire - und so lustig.” Manchmal reicht etwas wie: “LOL.” Oder Emojis.

Andre Wolf fasst zusammen, worauf man bei der Überprüfung von Informationen im Netz achten sollte:

Hier ist unser Quiz:

Es geht um diesen Screenshot:

Frage 1: Ist diese Geschichte über eine Brieftaube wahr?

Frage 2: Kannst du den Original-Tweet irgendwo finden? Falls ja, schicke uns die URL. Falls nein, schreibe uns das.

Die erste Frage solltest du nach einer Google-Suche beantworten können. Ein Tipp für Frage 2: Man kann nach Twitter-Profilen auch suchen, ohne einen eigenen Account zu haben und eingeloggt zu sein. Dafür kannst du den Namen des Twitter-Profils und das Schlagwort ‘Twitter’  in die Google-Suche eingeben. Alle Twitter-Profile beginnen mit einem @.

Zum Beispiel kann die Suche dann so aussehen: @profilname Twitter

Falls du nicht weiterkommst, hier sind zwei weitere Tipps:

Wenn du mit der ersten Frage nicht weiter kommst, sieh dir die Webseite ganz genau an. Findest du irgendwo FAQ? Das sind “Frequently asked questions”, also Fragen, die häufig gestellt werden. In diesen FAQ findest du einen Hinweis auf die Lösung für unsere erste Frage. 

Noch ein Tipp für die zweite Frage: Schau dir das Bild genau an. Findest du den Namen des Twitter-Accounts?

Hier die Lösung:

Antwort 1: Nein. Von der Website der-postillon.de werden nur satirische Geschichten verbreitet.
Antwort 2: Nein. Der Tweet selbst und der Screenshot sind komplett gefälscht und haben nie existiert.

Unser Lösungsweg:

Nach mehr als zwei Wochen mit Facts & Fakes bist du ja schon ein Suchmaschinen-Profi. Für uns ist es inzwischen leicht, einfach den Titel der Geschichte zu googeln. Damit gelangen wir zum ursprünglichen Link hier: https://www.der-postillon.com/2020/09/bumerang.html

Wenn wir zum Ende der Seite scrollen finden wir die FAQ und können folgendes lesen:

1. Stimmt das, was im Postillon steht?
Nein, alles, was im Postillon steht, ist Satire und somit dreist zusammengelogen. Alle auftauchenden Charaktere sind fiktional, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig. Das sollte eigentlich offensichtlich sein, obwohl zahlreiche Kommentare darauf hinweisen, dass vieles hier für bare Münze genommen wird. Die Antwort auf die erste Frage lautet also: Nein.

Nun zur zweiten Frage: Der Screenshot zeigt, dass der Twitter-Account, der den Tweet erstellt hat, '@Bastian646464' heißt. Um festzustellen ob ein Twitter-Konto vorhanden ist, können können zu https://twitter.com/Bastian646464 navigieren (denn nach diesem Prinzip sind alle Twitterkonten aufgebaut). Oder wir googlen - und bekommen die Meldung, dass keine übereinstimmenden Dokumente gefunden wurden.

Als wir dieses Quiz erstellt haben, war das Konto nicht vorhanden. Und selbst wenn es zu einem späteren Zeitpunkt erstellt wird, kann es keinen Tweet aus der Vergangenheit versenden. Dies zeigt also, dass der angezeigte Tweet gefälscht war.

Unsere bisherigen "Facts & Fakes"-Quizze und ihre Lösungen:

Darum geht’s bei "Facts & Fakes" - Unsere Quiz-Serie über Suchmaschinen und seriöse Quellen

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