Bundesliga-Freitagsspiel : Harit gefeiert - Tochter und Trainer geben ihm Energie

Der Schalker Amine Harit befindet sich derzeit in Topform.
Der Schalker Amine Harit befindet sich derzeit in Topform.

Schalkes Amine Harit blüht weiter auf. Beim mühevollen 2:1-Heimsieg gegen Mainz ist er Vorbereiter, Kunstschütze und Matchwinner.

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21. September 2019, 11:27 Uhr

Vom Sorgenfall zum Erfolgsgaranten: Mit seinem Siegtreffer zum 2:1-Erfolg über den FSV Mainz 05 avancierte Amine Harit zum Matchwinner des FC Schalke 04, wo der 22 Jahre alte Marokkaner vor Wochen noch auf dem Abstellgleis gestanden hatte.

«Am Ende können wir uns bei Amine bedanken», sagte Abwehrspieler Benjamin Stambouli nach der ersten Begegnung des fünften Spieltages der Fußball-Bundesliga. Selbst der Kontrahent lobte. Man habe «durch eine herausragende Einzelleistung» von Harit das Spiel noch verloren, befand FSV-Coach Sandro Schwarz. «Das ist ärgerlich.»

Schon die 1:0-Führung durch den Ex-Mainzer Suat Serdar (36.) hatte Harit mit einem feinen Pass in die Schnittstelle der 05er Abwehr eingeleitet. Mit dem Siegtor bescherte er seinem Club den dritten Erfolg nacheinander. Fans und Spieler feierten danach ausgelassen den vorübergehenden Sprung auf zweiten Tabellenplatz, wissen ihn aber korrekt einzuordnen. «Die zweite Hälfte war 40 Minuten lang nicht gut, wir waren im Ballbesitz sehr fehlerhaft und fahrig. Es war insgesamt keine gute Partie von uns», kritisierte Schalke-Trainer David Wagner. Das Resümee des 47-Jährigen fiel sehr gemischt aus. Erst in den letzten fünf Minuten sei wieder «extrem viel Energie im Stadion» gewesen. «Die Nordkurve war voll da. Und ich habe den Willen gespürt, dass wir dieses Spiel noch gewinnen können - und das hat Amine dann mit diesem genialen Moment geschafft.»

Nach dem 1:1 durch den kurz zuvor eingewechselten Karim Onisiwo (75.) keimte bei den in dieser Phase drückend überlegenen Rheinhessen Hoffnung auf einen Punktgewinn auf, die erst Harit zunichte machte. Schon fünf Tage zuvor beim 5:1 in Paderborn hatte er mit einem Doppelpack geglänzt. «Es war ein tolles Tor, aber man muss auch Glück dabei haben», sagte er am Freitagabend.

Gründe für sein befreites Auftreten und seinen krassen Wandel seit Saisonbeginn sieht Harit vor allem in der Geburt seiner Tochter Alijah im Mai und der Unterstützung von Trainer Wagner. «Er gibt mir viel Selbstvertrauen. Und wenn du ein Baby bekommst, hast du mehr Verantwortung. Das ändert die Sichtweise», so der 22-Jährige. Zudem sind die Geschehnisse um den Verkehrsunfall mit Todesfolge vor einem Jahr in seiner Heimat aufgearbeitet. «Jetzt bin ich frei im Kopf, fokussiert und arbeite viel. Das ist der Lohn.»

Was die ganze Mannschaft anders als im Vorjahr ausgezeichnet, ist die ständige Suche nach Lösungen für den Weg nach vorn. Auch Rückschläge wie das 0:1 in Paderborn oder den Ausgleich gegen Mainz steckt das Team weg. «Wir haben Spaß auf dem Platz», meinte Serdar, der einen neuen Teamgeist beschreibt: «Wir sind als Mannschaft zusammengerückt, jeder kämpft für jeden. Das hat man gerade nach dem Gegentor gesehen. Jetzt bin ich einfach nur glücklich, dass uns der Start mit zehn Punkten aus fünf Spielen gelungen ist.» Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte Schalke zum selben Zeitpunkt nicht einen Zähler auf dem Konto.

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