Leichtathletik : Talente motivieren „Alltagsheld“

Seit 1984 formte Axel Richert (l.), hier im Gespräch mit dem Prignitzer Hochsprung-Kreismeister Noah Garkisch (Hertha Karstädt/Jugend A), als Trainer zahlreiche Leichtathletiktalente.
Seit 1984 formte Axel Richert (l.), hier im Gespräch mit dem Prignitzer Hochsprung-Kreismeister Noah Garkisch (Hertha Karstädt/Jugend A), als Trainer zahlreiche Leichtathletiktalente.

Bürgerpreis 2019: Axel Richert engagiert sich als Trainer seit mehr als 30 Jahren für den Leichtathletik-Nachwuchs

von
12. April 2019, 23:30 Uhr

Prignitz | „Alle 42 eingereichten Vorschläge hätten es verdient gehabt. Ohne Ehrenamt würde es Feste, Sportveranstaltungen, Festivals, Feuerwehrveranstaltungen und vieles mehr gar nicht geben“, sagt Axel Richert. Der Leichtathletiktrainer des SC Hertha Karstädt wurde bei dem von Landkreis und Sparkasse gestifteten Bürgerpreis in der Kategorie „Alltagshelden“ ausgezeichnet. Als einer von insgesamt vier Preisträgern.

Für Richert war das schon eine Überraschung. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Es gibt im Kreis sehr, sehr viele Ehrenamtliche, die in verschiedenen Bereichen tätig sind und viel machen“, meint der Lehrer an der Karstädter Grundschule. Und fügt zurecht mit ein wenig Stolz hinzu: „Das ist für mich eine Anerkennung. Wir Ehrenamtliche sind viel unterwegs. Es hat mich gefreut, dass so etwas auch mal in der Öffentlich bekannt wird.“

Während seines Studiums wird Axel Richert 1984 Trainer im mecklenburgischen Sukow. In dieser Zeit baut er dort mit Mitstreitern ein Leichtathletik Trainingszentrum auf und formt Talente, die Bezirkstitel holen. Im Jahr 1990 zog es ihn dann als Lehrer nach Karstädt. Neben dem Schulsport bietet der Pädagoge nachmittags Training an. Zunächst einmal in der Woche, heute sind es fünf Trainingseinheiten.

Und Richert ist seit 28 Jahren immer dabei. „Mich motiviert es, bei einem kleinen Verein wie der SC Hertha oder auch der LG Prignitz Talente zu begeistern, Leistungssport zu betreiben. Und mit diesen dann auch bei Wettkämpfen auf Landesebene zu überzeugen“, antwortet Axel Richert auf die Frage nach der Motivation in all den Jahren. Dazu tragen auch die sportlichen Erfolge bei. Der 54-Jährige brachte seine Schützlinge zu den Deutschen Meisterschaften. Zuletzt Kugelstoßerin und Diskuswerferin Zoe Stephan.

Fast tägliches Training, an den Wochenenden sehr oft bei Wettkämpfen unterwegs – bleibt Zeit für andere Hobbys? „Wir sind in einer Gruppe im Formationstanzbereich und haben so zehn bis 15 Auftritte im Jahr. Vor allem auf Festen“, erzählt Axel Richert, der auch seinen Sohn Michel zu einem erfolgreichen Leichtathleten formte. Doch zurück zum Tanzen: „Da ich viel weg bin ich es schon wichtig, ein gemeinsames Hobby mit seiner Partnerin zu haben“, sagt er.

Dann wird der Trainer und Lehrer Richert nachdenklich. „Ich mache mir Sorgen, dass die LG Prignitz zerbrechen könnte. Als die Leichtathletikgemeinschaft vor rund 20 Jahren gegründet wurde, hatten wir zwölf Diplomsportlehrer und Trainer, heute sind wir noch drei. Irgendwann ist es nicht mehr machbar“, erläutert er. Drei Trainer für rund 120 junge Leichtathleten. Da fällt die gezielte Förderung von Talenten schwer.

Das Problem ist bekannt. Schulen oder auch der Prignitzer Schulsportberater Frank Dannehl helfen nach Aussage von Richert, der allein in seiner Trainingsgruppe 38 junge Sportler betreut, viel. Doch der Karstädter wünscht sich mehr, sieht auch die Gemeinden gefordert. „Es gibt ausgebildete Trainer und Diplomsportlehrer. Die haben Interesse. Aber sie gehen halt dort hin, wo sie Geld verdienen können“, weiß er.

Wer Axel Richert kennt, der weiß, dass er so schnell nicht aufgibt. Halt ein „Alltagsheld“ in einem Ehrenamt…

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen