SSC Palmberg Schwerin : Das Gesetz der Serie hat gehalten

Schwerins Louisa Lippmann (r.) überwindet hier Wiesbadens Beste, Karolina Bednarova. Aber auch 18 Punkte der SSC-Topscorerin reichten in Wiesbaden nicht zum Sieg.
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Schwerins Louisa Lippmann (r.) überwindet hier Wiesbadens Beste, Karolina Bednarova. Aber auch 18 Punkte der SSC-Topscorerin reichten in Wiesbaden nicht zum Sieg.

Bundesliga-Volleyballerinnen des SSC Palmberg Schwerin nach 1:3-Auswärtsniederlage beim VC Wiesbaden jetzt Tabellendritter

prignitzer.de von
17. Dezember 2017, 20:55 Uhr

Auch inmitten von über 2000 Menschen kann es einsam sein. Fast eremitenhaft, halb abgeschieden saß jede der Volleyballerinnen des SSC Palmberg Schwerin für sich beim obligatorischen Dehnen nach der Partie auf dem Hallenboden. Und grübelte, suchte sichtbar nach Erklärungen, was in den vergangenen knapp zwei Stunden bei der 1:3-Auswärtsniederlage (-21, -20, 23, -22) alles schiefgelaufen ist in der hessischen Landeshauptstadt.

Am schnellsten fasste SSC-Cheftrainer Felix Koslowski einen klaren Gedanken. Und verlieh diesem Ausdruck. „Wiesbaden hat heute unglaublich aggressiv aufgeschlagen, stark gekämpft, als Heimteam die Atmosphäre unheimlich gut aufgegriffen und dadurch in meinen Augen heute noch mal zehn, fünfzehn Prozent besser gespielt“, so der 33-Jährige.

Dabei hatten seine Farben das Momentum des Matches sogar kurzzeitig auf ihrer Seite: Nach einem 0:2-Satzrückstand schaffte der amtierende Meister aus Mecklenburg-Vorpommern, der nach dieser Niederlage auf den dritten Tabellenrang abrutschte, das Comeback, entschied den dritten Durchgang für sich – und war plötzlich wieder im Spiel. Zumal aufseiten der Gastgeberinnen die Aufschläge längst nicht mehr so souverän serviert wurden wie in den ersten beiden Abschnitten.

Die Hoffnung auf eine Wende bekam neue Nahrung. Das bestätigte auch Außenangreiferin Jennifer Geerties: „Wir haben uns im dritten Satz, in dem wir bereits mit 6:11 hinten lagen, zurückgekämpft. In dieser Phase haben wir auch besser angenommen. Wenn wir das in dieser Art von Anfang an abrufen, dann gewinnen wir hier auch. Danach stand das Spiel auf der Kippe. Nur machen wir dann eben zu viele Eigenfehler“, monierte Geerties.

Zu den eigenen Unzulänglichkeiten kam der aus SSC-Sicht unglückliche Umstand, dass der VC Wiesbaden in der Partie gegen den Meister seine bis dato beste Saisonleistung abrief, in den entscheidenden Situationen vollkommen abgebrüht agierte. Ein Phänomen, welches Koslowski allerdings nicht gänzlich überraschte. „Der VCW ist eine gute Mannschaft. Und eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, wann sie diese Saison mal eine der großen Mannschaften schlagen.“ Zumal, das war seinen Worten unterschwellig zu entnehmen, die Gründe für den Misserfolg in der Fremde auch eher in den eigenen Reihen zu suchen – und zu finden – sind. „Wir haben heute in zwei, drei Belangen zu unsicher gespielt. Und waren nicht so locker, wie wir es hätten sein sollen, agierten zu verkrampft. Und dann wird es hier in Wiesbaden – wo wir eigentlich perfekt spielen müssen, um zu gewinnen – natürlich richtig schwer.“

Ungleich konkreter wurde Diagonalangreiferin Louisa Lippmann, mit 18 Zählern SSC-Topscorerin: „Ich denke, dass wir da im dritten Satz endlich mal eine Reaktion gezeigt und gekämpft haben, das war schon positiv. Aber im Endeffekt hat Wiesbaden verdient gewonnen, weil sie unter dem Strich einfach weniger Fehler gemacht haben.“ Die gebürtige Herforderin zeigte sich vorbehaltlos selbstkritisch. „Natürlich war das eine schlechte Leistung von uns, damit sind wir nicht zufrieden. Wir haben uns immer wieder Aussetzer gegönnt: Mal hat die Annahme nicht funktioniert, dann war die Blockabwehr nicht in Ordnung; oder wir haben im Angriff im entscheidenden Moment die Punkte nicht gemacht. Ich persönlich finde es zudem sehr unangenehm, in der Halle hier vor über 2000 Leuten zu spielen, das ist schon ein großer Vorteil für den VCW.“

Für Schwerin ist und bleibt Wiesbaden ein unbequemer Gegner. Nachdem die Hessinnen in der Vorsaison bereits beide Hauptrundenspiele mit 3:2 für sich entscheiden konnten, hält das Gesetz der Serie auch in dieser Saison an. „Ich glaube, Wiesbaden ist immer extrem motiviert, wenn sie gegen uns spielen“, konstatierte Koslowoski. „Und natürlich haben sie auch Nationalspielerinnen in ihren Reihen, die sich in diesen Duellen unbedingt beweisen wollen. Kimberly Drewniok etwa hat beim VCW ein überragendes Spiel gemacht. Es ist einfach schwer, gegen die zu spielen. Besonders bei der Stimmung hier in der Halle.“

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